SG B/A erlebt mit 19:27 in Göppingen ihr "Waterloo"

Schwache Vorstellung / Rott kugelt sich Finger aus

Ihr "Waterloo" erlebte Frauenhandball-Zweitligist SG Bensheim/Auerbach gestern Nachmittag bei Frisch Auf Göppingen. Mit einer schwachen Leistung und ohne den nötigen Biss, um gegen das Mittelfeldteam von Frisch Auf zu bestehen musste sich die Truppe von Gerhard Steck mit 19:27 (10:14) geschlagen geben. Doch weniger die Niederlage, als vielmehr die Art und Weise, wie sie zu Stande kam, gab dem SG B/A-Coach Rätsel auf: "Eigentlich hätte hier eine solide Leistung gereicht, um zu gewinnen. Aber wir haben unterirdisch schlecht gespielt und die Schiedsrichter taten ihr Übriges, dass wir kein Bein auf den Boden brachten." Als Entschuldigung wollte Steck die Schiedsrichterleistung allerdings nicht gelten lassen. "Wenn man den Anspruch erhebt, eine Spitzenmannschaft zu sein, darf man sich von so etwas nicht aus dem Konzept bringen lassen."

Das Desaster zeichnete sich schon in den ersten Minuten ab. Göppingen legte ein 5:1 (7.) vor und profitierte dabei bereits von zahlreichen Unzulänglichkeiten der SG. Zwei Abspielfehler, zwei vergebene Chancen und einen technischen Fehler weißt die Statistik bereits zu diesem frühen Zeitpunkt auf - und es sollte gerade so weitergehen. "Wir haben zwar immer wieder etwas verkürzt, aber irgendwie fehlte heute die Initialzündung, der letzte Kick um auswärts bei einer aufopferungsvoll kämpfenden Mannschaft siegreich zu sein", ärgerte sich Gerhard Steck über sein Team. Nach dem 1:5 kam Bensheim/Auerbach auf 4:5 heran, aber der Ausgleich fiel nicht mehr. 9:6 (15.) und 12:8 (23.) legten die Göppingerinnen vor, führten zur Pause 14:10.

In der Kabine hatte sich die SG Bensheim/Auerbach nochmals einiges vorgenommen, kassierte aber prompt das 10:15. Dann auch noch eine Schrecksekunde für Gerhard Steck: Edina Rott kugelte sich den kleinen Finger der linken Hand aus und musste mit schmerzverzerrtem Gesicht erst einmal auf die Bank. Physiotherapeut Markus Kurschatke kugelte den Finger wieder ein, tapte ihn und nur wenige Minuten später war die ehemalige ungarische Nationalspielerin wieder mit von der Partie. Aber auch sie erwischte, wie der Rest der Mannschaft, einen rabenschwarzen Tag, kam insgesamt nur zu drei Toren und sogar nur zu einem Feldtor - Minusrekord für Rott.

Gegen eine frühzeitig aufsteckende SG - nach dem 15:20 (46.) ließ die Gegenwehr deutlich nach - traf Frisch Auf beinahe nach Belieben. "So darf man sich nicht hängen lassen", monierte Gerhard Steck nach der höchsten Saisonniederlage. Und gerade vor dem prestigeträchtigen Derby am Samstag gegen die TSG Ketsch ist es ihm nun etwas mulmig zu mute, "aber vielleicht hat die Pleite auch einige Spielerinnen wieder wachgerüttelt".

 

SG Bensheim/Auerbach: Barbara Mildenberger, Ursula Pauly, - Caroline Brüllmann (2), Franziska Dehn (1), Steffi Glaum (3), Ina Gottschalk, Marita Bauer (3), Claudia Bohrmann (4), Claudia Gericke, Petra Odenwald (1), Melanie Rist (2), Edina Rott (3/2).

 

Ein Bericht von Markus Essinger (Bergsträßer Anzeiger) vom 11.03.2002