SG Bensheim/Auerbach siegt bei SG Königsdorf/HHV Köln sicher mit 32:26
Auch das zweite von sage und schreibe fünf Pflichtspielen in fremder Halle hintereinander endete für die SG Bensheim/Auerbach mit einem Happyend. Nach dem 27:23-Erfolg bei SG Kleenheim in der ersten Runde des DHB-Pokal nahm die Truppe von Gerhard Steck nun auch die erste Punktspielhürde in der 2. Frauen-Bundesliga, Gruppe Süd, bei der SG Königsdorf/HHV Köln mit 32:26 (18:8) doch recht souverän und eindrucksvoll.
"Unser Sieg ist nie in Gefahr geraten und hätte sogar noch höher ausfallen können, wenn wir in einigen Situationen in der zweiten Hälfte etwas konzentrierter zu Werke gegangen wären. Wir hätten auch auf Sicherheit spielen und unseren Zehn-Tore-Vorsprung über die Zeit bringen können, aber so war's letztlich attraktiver. Ich habe aber selten ein solch schnelles Frauenhandballspiel gesehen, was in erster Linie ein Verdienst meiner Mannschaft war. Sogar die beiden erfahrenen Schiedsrichter waren von dieser temporeichen Partie ungemein begeistert!", unterstrich der SG B/A-Coach, der vor Spielbeginn schon mit einem Sieg mit nur einem Tor Unterschied zufrieden gewesen wäre. Immerhin hatte man gegen die Truppe von Trainer Khalid Khan in der letzten Saison gleich beide Male den Kürzeren gezogen. Und diese Negativerlebnisse waren noch nicht in Vergessenheit geraten. "Im Schnitt war fast jede Kölner Spielerin um einen Kopf größer", gab Steck zu bedenken.
Außerdem musste die SG B/A auf Steffi Glaum verzichten, deren rechter Fuß wegen einer hartnäckigen Sprungegelenkverletzung eingegipst worden war. Wenn die SG Bensheim/Auerbach - in erster Linie aber die Frau mit der "eingebauten Torgarantie" Edina Rott - weiter so attraktiven wie erfolgsorientierten Handball zelebriert, dann lässt sich dieser Ausfall zumindest eine Zeit lang kaschieren.
Die mit Trauerflor angetretene SG Bensheim/Auerbach machte von Anfang an Druck und legte ein gehöriges Tempo vor, glänzte dabei mit unverhofften Ballgewinnen und gezielten Schnellangriffen. Da sich zudem Torsteherin Ursula Pauly in den ersten 20 Minuten in einer Galaform präsentierte und die Deckung recht aggressiv arbeitete, zog die SG B/A über 7:1 (8.) auf 15:7 (24.) davon. Nachdem noch weitere hochkarätige Chancen ausgelassen wurden, besorgte Claudia Bohrmann das Tor zum 18:8-Pausenstand (30.).
Die SG Königsdorf/HHV Köln wirkte regelrecht überfordert, wusste kein Mittel gegen das variable und mit vielen Überraschungsmomenten versehene Angriffsspiel der Steck-Sieben. Zumeist führten die Gäste mit zehn oder elf Toren Vorsprung. Doch auch die sieben Zeitstrafen führten dazu, dass der Gegner etwas stärker aufkam und die klaren Rückstände - 10:21 (38.), 15:25 (44.) und 18:28 (52.) - in den Schlussminuten reduzierte und so das Resultat mit 26:32 doch nicht nur etwas erträglicher gestaltete, sondern auch die zweite Hälfte mit 18:14 für sich entschied. Nach vielen Jahren hat übrigens wieder einmal eine Fernsehkamera, und zwar des Westdeutschen Fernsehens, einen Auftritt der SG B/A im Bild festgehalten.
SG Bensh./Auerbach: Pauly, Mildenberger - Brüllmann (6), Dehn (3), Gottschalk, Bauer (4), Bohrmann (4/1), Odenwald (3), Rist, Gericke (2), Rott (10/5). - Zeitstrafen: 2/7 (Dehn (2), Bauer, Bohrmann, Brüllmann, Rist, Rott).
Zuschauer: 100. rs/ü
Ein Bericht von Ronald Schwinn (Bergsträßer Anzeiger) vom 18.09.2001