Edina Rott demonstriert eindrucksvoll ihre Klasse

Zweitligist SG Bensheim/Auerbach lässt Baunatal beim 34:22 keine Chance

Marie Frederiksson heißt die Sängerin der besonders in den 90er-Jahren so erfolgreichen Pop-Gruppe "Roxette". Und der sieht Edina Rott - nicht nur wegen ihrer blonden Kurzhaar-Frisur - recht ähnlich. Und auch die Titel dreier erfolgreicher Roxette-Hits kennzeichneten die herausragende Vorstellung der früheren ungarischen Nationalspielerin am vergangenen Samstag in der Bensheimer Weststadthalle - "Dangerous", "Fireworks" und "Crash Boom Bang". Die "gefährliche" Edina Rott ließ es in der Tat "krachen" und "entzündete" ein regelrechtes Feuerwerk beim 34:22 (20:9)-Heimsieg der SG Bensheim/Auerbach gegen GSV Eintracht Baunatal. Immerhin traf Edina Rott ein Dutzend Mal und erhöhte damit ihre Gesamttrefferquote auf 40 Zweitliga-Tore. Mit dem dritten Sieg im vierten Spiel untermauerte die Truppe eines überaus zufriedenen Trainers Gerhard Steck erst einmal ihren Platz in der Spitzengruppe der 2. Frauen-Handball-Bundesliga, Gruppe Süd.

In der Tat: die SG Bensheim/Auerbach bot eine eindrucksvolle Leistung mitten in einem genauso eindrucksvollen Rahmen. Die Kulisse von knapp 600 gespannten Zuschauern (darunter keine 20 aus Baunatal) dürfte sicherlich auch stimulierend und leistungsfördernd gewirkt haben. Die 20:9-Pausenführung ließ sogar erhoffen, dass erstmals die 40-Tore-Marke überboten werden würde. Doch auch mit dem erzielten Ergebnis waren alle zufrieden - besonders Karsten Klavehn, der mit seiner 35:21-Prognose zu Gunsten der SG Bensheim/Auerbach das erstmals durchgeführte Tipp-Spiel gewonnen hatte.

Dass die SG B/A ihrer Favoritenrolle gerecht werden würde, zeichnete sich freilich erst Mitte der ersten Hälfte ab, als sich die Gastgeberinnen auf den Gegner eingestellt und dessen Schwächen erkannt hatte. Edina Rott, die auch von der Siebenmeter-Spendierfreudigkeit der Unparteiischen profitierte, lieferte nicht nur Kostproben ihrer Treffsicherheit ab, sondern leitete auch viele Tempogegenstöße der ebenfalls gut aufgelegten Marita Bauer und Caroline Brüllmann ein.

Auch Claudia Bohrmann und vor allem Franzsika Dehn warfen ihre Schnelligkeit in die Waagschale. Und auch Melanie Rist stellte unter Beweis, dass sie durch ihre lange verletzungsbedingte Pause nichts von ihrer Leistungsfähigkeit eingebüßt hat. Beim Gegner imponierten derweil die beiden jeweils neunmal erfolgreichen Erika Czapo, die damit im Vergleich der "Ungarn-Exporte" unterlag, und Irina Penner.

Nach der ersten und einzigen Führung durch Czapo (2.) zog Bensheim/Auerbach auf 3:1 (4.) und 4:2 (6.) davon, ehe die Eintracht auf 4:5 (11.) herankam, dann aber über 5:9 (16.), 6:13 (22.) und 7:15 (24.) immer mehr ins Hintertreffen kam. Die Gastgeberinnen spielten sich in der Schlussphase der ersten Hälfte in einen wahren Tore-Rausch und trafen nach Belieben.

Das war zu Beginn der zweiten Hälfte nicht mehr der Fall, und insgesamt gestaltete die SG B/A die zweiten 30 Minuten mit 14:13 recht knapp. Über 23:11 (36.), 26:13 (43.), 28:18 (47.) und 31:20 (55.) kamen die Gastgeberinnen zu einem letztlich ungefährdeten 34:22-Erfolg in der Weststadthalle.

 

SG Bensheim/Auerbach: Ursula Pauly, Barbara Mildenberger - Claudia Bohrmann (4), Steffi Glaum, Claudia Gericke (3), Melanie Rist (3), Edina Rott (12/6), Marita Bauer (3), Caroline Brüllmann (4), Franziska Dehn (4), Ina Gottschalk, Petra Odenwald (1).

 

Ein Bericht von Ronald Schwinn (Bergsträßer Anzeiger) vom 16.10.2001