SG-Damen zeigen immerhin eine tolle Moral

Dezimiertes Zweitliga-Team von Bensheim/Auerbach verliert unglücklich 23:24

"Es ist schon bitter, wenn man nach einem solchen Spiel mit leeren Händen da steht. Mit etwas mehr Glück und Konzentration wäre sogar ein Sieg drin gewesen", ärgerte sich Gerhard Steck nach der vermeidbaren 23:24 (12:14)-Niederlage beim selbsternannten Favoriten TuS Metzingen. Der engagierte Coach gewann dieser hektischen Partie mit "Endspielcharakter" am Samstag auch einige positive Aspekte ab: "Sicherlich ist es ärgerlich, wenn man so knapp scheitert. Aber besser so, als klar zu verlieren. So haben wir eindrucksvoll gezeigt, dass wir mithalten können - und das angesichts einiger negativen Begleitumstände."

So sah Steck im Ausscheiden von Melanie Rist, die bereits in der 19. Minute die rote Karte wegen der dritten Zeitstrafe erhielt, eine "entscheidende Schwächung auf der Rückraum-Mitte-Position." Und da sich Claudia Gericke unmittelbar vor der Pause eine Wadenzerrung zuzog , war nun Improvisation angesagt. Zudem agierte Claudia Bohrmann, die einen Grippe-Rückfall erlitten hatte, aber dennoch durchspielen musste, laut Steck "ohne Durchschlagskraft".

"Diese Ausfallquote soll aber genauso wenig eine Ausrede sein wie die ungeschickte Spielleitung durch die Schiedsrichter. Entscheidend waren wohl diversere Passfehler und gleich elf Fehlwürfe im zweiten Abschnitt", übte der Coach Selbstkritik. Gut zu tun hatte Keeperin Ursula Pauly, die aber keine Schwächen zeigte. So stand Barbara Mildenberger auch nur bei Strafwürfen zwischen den Pfosten.

Bensheim/Auerbach nutzte Metzingens Anfangsnervosität geschickt aus und führte 3:1 (7.). "Wir haben es zu Beginn leider versäumt, die Fehler des TuS mit weiteren Toren zu beantworten", hatte Steck klar erkannt. Dennoch hielten seine Schützlinge die Zwei-Tore-Führung. Erst in der 18. Minute glich Metzingen zum 8:8 erstmals aus. "Als Melanie Rist raus musste, war ein deutlicher Bruch erkennbar", so der SG B/A-Trainer.

Als die Metzingerinnen schon bei ihrem ersten Angriff nach Wiederanpfiff auf 15:12 erhöhten, drohte der SG B/A eine bittere Abfuhr. Es spricht aber für die tolle Moral dieser Truppe, dass diese auch ohne Rist und Gericke Paroli bot und das Geschehen überraschend ausgeglichen gestaltete (16:16, 40.; 21:21, 52.). Durch Unzulänglichkeiten und die Zeitstrafen für Glaum geriet die SG wieder mit 22:24 in Rückstand (56.). Obwohl auch Bauer wegen eines Allerweltsfouls in den letzten beiden Minuten fehlte, gab Bensheim nicht auf. Steffi Glaum schloss einmal zu früh ab (59.) und zehn Sekunden vor Schluss ging der Ball bei einem Freiwurf von ihr nur an den Innenpfosten. "Schade, wir waren wirklich nahe dran", bedauerte Steck.

 

SG Bensheim/Auerbach: Ursula Pauly, Barbara Mildenberger - Caroline Brüllmann (2), Franziska Dehn (2), Ina Gottschalk, Marita Bauer (3), Claudia Bohrmann (2), Petra Odenwald, Melanie Rist, Claudia Gericke, Edina Rott (10/4), Steffi Glaum (4).

 

Ein Bericht von Ronald Schwinn (Bergsträßer Anzeiger) vom 25.09.2001