Wichtigen Punkt geholt

26:26 (12:13) beim TV Beyeröhde
Nur 13 technische und Abspielfehler unterliefen der Mannschaft – besonderes Lob für die achtfache Torschützin Isabell Nagel und Nicole Schwarz mit erheblicher Leistungssteigerung.

 

Gerhard Steck: "Dieser Punkt ist für uns Gold wert"

Für die HSG Bensheim/Auerbach beim TV Beyeröhde sogar mehr als das 26:26 drin / Nagel und Schwarz imponieren

Ein wichtiges 26:26 (12:13) im Kampf gegen den Abstieg aus der 2. Frauen-Handball-Bundesliga, Gruppe Süd, holte die HSG Bensheim/Auerbach am Samstag beim TV Beyeröhde. Und nach Ansicht von Gerhard Steck ist "dieser Punkt für uns Gold wert" - nicht zuletzt deshalb, weil die mitgefährdete TSG Ober-Eschbach bei den Juniorinnen des HC Leipzig, übrigens nächster HSG-Heimgegner am kommenden Sonntag, zu einem nicht erwarteten 32:31-Sieg kam.

Der Bensheim/Auerbacher Trainer fühlte sich aber angesichts der klaren Benachteiligung durch das junge Schiedsrichtergespann Bargmann/Stein sogar um den Sieg gebracht. "Zwei Sekunden vor Schluss wurde Caroline Brüllmann siebenmeterreif gefoult, doch anstatt uns den gerechtfertigten Strafwurf zu geben, entschieden die Unparteiischen unverständlicherweise auf Stürmerfoul. Doch nicht nur darüber habe ich meinem Unmut Luft verschafft. Die Gastgeberinnen gingen nämlich recht hart zu Werke. So manche rotverdächtige Aktion wurde aber lediglich mit einer gelben Karte bedacht. Außerdem unterliefen Dana Böhmer und Larissa Heil immer wieder Schrittfehler, die auch nicht geahndet wurden", gestand der engagierte HSG-Trainer ein. Immerhin wurden dem TV Beyeröhde neun Siebenmeter - viele davon zu Unrecht - zugesprochen."

Letztlich war Gerhard Steck aber mit der "Kollektivleistung" seiner Schützlinge aber sehr zufrieden." "In der Sporthalle Buschenburg werden nicht mehr allzu viele Mannschaften gewinnen. Für uns war das jedenfalls ein ganz wichtiger Schritt, indem wir uns bei den meinen Spielerinnen doch körperlich überlegenen Beyeröhderinnen behaupteten", so der Bensheim/Auerbacher Coach. Die Leistungssteigerung führte Gerhard Steck auch darauf zurück, dass seiner Truppe nur 13 technische und Abspielfehler unterliefen. Besonders lobte Steck die achtfache Torschützin Isabell Nagel und Nicole Schwarz, bei der eine erhebliche Leistungssteigerung zu erkennen war und die auch in der Anfangsformation stand. Der Grund: Anna Miszczyj, die die Fahrt nach Beyeröhde eigentlich gar nicht erst antreten wollte, war wegen einer Grippe nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte, erzielte aber dennoch drei - und das in spielentscheidenden Phasen - wichtige Treffer.

"Anfangs hatten wir schon unsere Schwierigkeiten", gestand Gerhard Steck ein. Die Beyeröhderinnen führten zumeist mit einem Tor Differenz (2:1, 4.; 5:4, 10.), ehe sie auf 8:5 (15.) bzw. 9:6 (17.) davon zogen. Doch es spricht für die Moral der HSG, dass sie wieder heran und durch Caroline Brüllmann zum zwischenzeitlichen 11:11 (26.) kam. Per Siebenmeter verkürzte Ina Gottschalk zur Pause auf 12:13 (30.).

Vor allem nach Wiederanpfiff klebte den Bensheim/Auerbacherinnen aber das Pech beim Abschluss an den Händen, trafen sie nun doch häufig das Torholz (insgesamt fünf Mal) oder vergaben knapp. Wie man derweil Tore am Fließband erzielt, das demonstrierte weiterhin recht eindrucksvoll Arienne Paap, die mit 13 Treffern ihre Quote auf 158/42 in dieser Saison ausbaute. "Die holländische Juniorinnen-Nationalspielerin, die nicht zu halten war, haben wir einfach nicht in den Griff bekommen", gab Steck unumwunden zu.

Marita Bauer brachte die HSG in der 41. Minute mit 16:15 erstmals in Führung, doch dem TV gelangen daraufhin drei Tore in Folge. Und beim Stand von 23:18 für die Gastgeberinnen sah es dann ganz schlecht für die Bergsträßerinnen aus (44.). Steck reagierte und stellte die HSG-Deckung von 3-2-1 auf 4-0 plus 2 um. So wurden vor allem Larissa Heil und Arienne Paap doch in ihrem Wirkungskreis etwas eingeengt.

Das schlug sich letztlich auch im Ergebnis nieder, das Bensheim/Auerbach in der letzten Viertelstunde mit 8:3 eindeutig für sich gestaltete. Dennoch blieb diese für beide Mannschaften so bedeutungsvolle Partie spannend. Beyeröhde führte in der 57. Minute 25:24, ehe die HSG erneut ausglich. "Als Beyeröhde eine Minute vor Schluss mit 26:25 vorne lag, dachte ich schon, dass alles gelaufen sei", gestand der HSG-Coach ein. Nachdem aber Caroline Brüllmann einen Siebenmeter zum 26:26 verwandelt hatte, waren noch 45 Sekunden zu spielen. Nicht zuletzt dank der offenen HSG-Deckung erlaubte sich Beyeröhde einen Ballverlust, der fast noch zum HSG-Siegtor geführt hätte. Siehe oben.

 

HSG Bensheim/Auerbach: Barbara Mildenberger (1. H.), Ursula Pauly (2. H.) - Stefanie Pietsch (n.e.), Anna Miszczyj (3), Caroline Brüllmann (7/1), Susanne Eichler (n.e.), Deniz Sagir (n.e.), Marita Bauer (4), Ina Gottschalk (1), Melani Marcantonio (2), Isabell Nagel (8/3), Nicole Schwarz (1), Kyra Fischer (n.e.).

 

TV-Torschützinnen: Arienne Paap (13/6), Larissa Heil (4/1), Natalie Funke-Karmann (2), Kathrin Horke (2), Dominika Karger (2), Konstanze Lenz (2), Viktoria Marquardt (1).

 

Schiedsrichter: Bargmann/Stein (Bad Ems/Koblenz). - Zeitstrafen: Natalie Funke-Kamann (2), Kathrin Horke (beide TV); Ina Gottschalk (2), Isabell Nagel (beide HSG): - Zuschauer: 200.