23:28 (16:12) gegen HC Leipzig jun.
Lange Zeit bestimmte die HSG das Geschehen. Erst in der 50. Minute kamen die Gäste aus Leipzig zum 20:20-Ausgleich. Im Anschluß wurde ein 7-Meter von der herausragenden Torhüterin Barbara Mildenberger noch abgewehrt – aber im Nachwurf verwertet. Bensheim stemmte sich bei schwindenden Kräften gegen die drohende Niederlage – vergebens.
Mit jeweils fünf Treffern waren Anna Miszcyj (links) und Nicole Schwarz erfolgreich – aber es reichte nicht.

Für HSG Bensheim/Auerbach Lage in 2. Liga nach Niederlage gegen Leipzig kritisch
Es hat nicht sollen sein! Der dezimierte Kader der HSG Bensheim/Auerbach fordert immer öfter seinen Tribut und unterm Strich stand eine kaum mehr für möglich gehaltene 23:28 (16:12)-Niederlage gegen die bis dahin in der Tabelle der 2. Frauen-Handball-Bundesliga punktgleichen Juniorinnen des HC Leipzig. Offensichtlicher konnte der Substanzverlust und Kräfteeinbruch der Steck-Schützlinge nicht zu Tage treten wie gestern in der Bensheimer Weststadthalle. Mit Saisonsieg Nummer acht hätten die Gastgeberinnen nicht nur ihre Rückrundenbilanz auf 9:3 Punkte verbessern, sondern die Distanz zu den vier Direktabstiegsplätzen vergrößern können. So aber droht der HSG weiter Ungemach, und ein Heimsieg am kommenden Samstag gegen Allensbach zählt zum Pflichtprogramm der nächsten Wochen.
Fast war es nach einer starken Vorstellung in den ersten 30 Minuten zu erwarten gewesen, dass die Bensheimerinnen ein ähnliches Schicksal wie schon in den Heimspielen gegen die SG Kirchhof (19:37), den VfL Waiblingen (19:16) und TuS Metzingen (24:25) ereilt. Nach zwei Dritteln der Begegnung ist die Luft zumeist draußen. Neben Franziska Semmler fiel gestern auch - wie erwartet - Melani Marcantonio (Bänder- und Kapselriss) aus. Und Anna Miszczyj merkte man doch an, dass sie noch bis Donnerstag wegen einer Grippe das Bett gehütet hatte. Da Stefanie Pietsch, Deniz Sagir und Susanne Eichler nur wenige Minuten Spielanteile hatten, mussten die übrigen Feldspielerinnen wieder einmal an ihre Leistungsgrenze gehen. Das wirkte sich negativ aus.
Caroline Brüllmann kämpfte wieder vorbildlich, versuchte auch ihre Mitspielerinnen zu motivieren. Dass Bensheim/Auerbach zwischen der 43. und 53. Minute ohne Treffer blieb, erwies sich letztlich doch als verhängnisvoll - genau wie die Pfostentreffer von Nagel und Brüllmann in den entscheidenden letzten Minuten.
Nach dem 1:2 (2.) durch Nora Reiche, der besten Leipzigerin, kam der HSG-Express auf Touren. Nicht zuletzt dank der gut aufgelegten Nicole Schwarz zogen die Gastgeberinnen über 5:3 (8.) und 8:5 (11.) auf 11:7 (16.) davon. Die HSG gab sich selbstbewusst, agierte couragiert und baute den Vorsprung über 13:9 (22.) auf 16:10 - dieses Tor erzielte Marita Bauer nach tollem Solo - aus (27.). Den Gegentoren zum 16:12 schenkte man im Bensheim/Auerbacher Lager jedenfalls keinerlei Bedeutung.
Auch, als Leipzig auf 15:18 (40.) verkürzten, war der Optimismus bei Bensheim/Auerbach noch groß. Doch nach Isabell Nagels 20:15 (43.) war es aus mit der HSG-Herrlichkeit - zehn Minuten später lag das Steck-Team 20:23 zurück und wirkte stehend k.o. Hinzu kamen Pech (Brüllmann-Siebenmeter an den Pfosten, 49.) und Unkonzentriertheit (zwei Gegentore in Überzahl). Die jungen Leipzigerinnen steigerten sich in einen Spielrausch, bekamen es aber auch leicht gemacht. Nach dem 23:26 (58.) war das HSG-Schicksal besiegelt.
HSG Bensh./Auerbach: Barbara Mildenberger, Ursula Pauly (n.e.) - Stefanie Pietsch, Caroline Brüllmann (6/3), Ina Gottschalk (1), Anna Miszczyj (5), Susanne Eichler, Deniz Sagir, Isabell Nagel (2), Nicole Schwarz (5), Marita Bauer (4), Kyra Fischer (n.e.).
HC-Tore: Anne Ulbricht (8), Nora Reiche (7/1), , Steffi Klausing (3), Ellen Albert (3), Juliane Frank (2), Annekathrin Hartmann (2), Anne Winter (1), Franziska Ramirez (1), Carolin Brühl (1/1).
Schiedsrichter: Kuntz/Schmitt (Saarland). - Zeitstrafen: Schwarz, Miszczyj, Gottschalk (alle HSG)); Ramirez, Frank, Ulbricht, Hartmann (alle HC). - Holztreffer: 3:4. - Zuschauer: 420