26:25 (13:15) gegen SV Allensbach
Vier Sekunden vor dem Schlußpfiff erzielt Isabell Nagel per Siebenmeter den erlösenden Siegtreffer. Die Partie begann überhaupt nicht vielverprechend: Ein Rückstand von 1:6 wurde bis zu Halbzeit auf 13:15 verkürzt – und erst in der 34. Minute kam es zum Gleichstand durch einen Siebenmeter von Nicole Schwarz. 18:18 (41.), 23:23 (52.), 24:24 (54.) und erst in der 57. Minute die Führung durch Marita Bauer im nachsetzten nach Pfostentreffer.
Barbara Mildenberger pariert noch einen Siebenmeter beim 25:25, der letzte HSG-Konter bringt den Strafwurf für Nagel.

(lugfoto)
Erschöpft und zufrieden: Mannnschaftsführerin Caroline Brüllmann, Isabell Nagel und die 12-fache Torschützin Nicole Schwarz (von rechts).
Auch dank ihrer zwölf Tore siegt die HSG Bensheim/Auerbach glücklich mit 26:25 gegen den SV Allensbach
Aus der Weststadthalle berichtet unser Redaktionsmitglied Ronald Schwinn
Sekunden können gerade im Handball eine ganz entscheidende Rolle spielen. Dafür lieferte der glückliche 26:25 (13:15)-Heimsieg der HSG Bensheim/Auerbach gegen den SV Allensbach am Samstag wieder einmal ein gutes Beispiel. Als Kerstin Wohlbold exakt in der letzten Spielsekunde des ersten Durchgangs den Ball zum vermeintlichen 16:13 für die Gäste in Netz beförderte, annullierten die Unparteiischen diesen Treffer. Und vier Sekunden vor Spielende verwandelte Isabell Nagel den entscheidenden Siebenmeter, der den so wichtigen achten Saisonsieg für die Truppe von Trainer Gerhard Steck im Kampf gegen den Abstieg aus der 2. Frauenhandball-Bundesliga Süd bedeutete.
Apropos Siebenmeter. Immerhin bekamen die Gastgeberinnen von den Schiedsrichtern Bartsch und Hurst deren 13 (!) zu gesprochen. Und alleine neun Strafwürfe vollstreckte dabei Nicole Schwarz, die nicht nur in dieser Beziehung Verantwortung übernahm und diesmal zur großen Leitfigur avancierte. Sie hätte aber auch leicht zur tragischen Figur werden können, denn beim Stande von 25:25 (55.46 Min.) scheiterte sie mit einem Siebenmeter an SVA-Torhüterin Sabine Schill. Jedenfalls schien die reaktivierte HSG-Rückraumspielerin das Trikot von Edina Rott mit der Nummer 71 tatsächlich Flügel zu verleihen, denn die Trefferquote zwölf fällt normalerweise nur in die Kategorie der früheren ungarischen Nationalspielerin.
Der Gast forsch und respektlos
Ganz entscheidenden Anteil am schmeichelhaften Erfolg der Gastgeberinnen hatte auch Torhüterin Barbara Mildenberger, die in Durchgang zwei mit Glanzparaden dafür sorgte, das der "Erzrivale" sich nicht mit mehr als maximal drei Treffern abgesetzt hatte. Auch Isabell Nagel, Caroline Brüllmann, Ina Gottschalk und vor allem Marita Bauer steigerten sich nach den verschlafenen Anfangsminuten erheblich. Überraschend forsch, respektlos und selbstbewusst trat indes die junge Truppe vom Bodensee in der Weststadthalle auf. Mit schnellen und gut durchdachten Aktionen brachten die SVA-Spielerinnen die HSG-Abwehrformation ein ums andere Mal in Verlegenheit. lediglich die Kaltschnäuzigkeit in entscheidenden Spielsituationen muss man der Lüttin-Truppe absprechen. Letztlich hatte man aber nie den Eindruck, dass die Mannschaft um die starken Kerstin Wohlbold und Julia Epple tatsächlich noch als Verlierer das Parkett verlassen würden. Doch Fortuna als auch die Schiedsrichter waren diesmal halt der HSG Bensheim/Auerbach hold.
Die Gastgeberinnen nahmen ihre Schwächephase diesmal überraschend nicht nach 40 Minuten, sondern schon zu Beginn. Im Stile einer Oberliga-Mannschaft ließ man sich da regelrecht vorführen und lud den SV Allensbach geradezu zum Torewerfen ein. Der bedankte sich und führte nach zehn Minuten völlig überraschend 6:1. Ein Desaster schien sich für die Steck-Truppe anzukündigen, doch spätestens nach dem 3:7 (12.) hatte diese den Ernst der Lage erkannt, machte mobil und kam nicht zuletzt dank einer die Initiative nun ergreifenden Nicole Schwarz bis auf 7:8 (16.) heran. Das bessere Team war aber nach wie vor der SV Allensbach, der zumeist mit zwei Toren führte - so auch zur Pause.
Auch nach dem 15:15 (34.) durch zwei von Schwarz verwandelte Siebenmeter bekam Bensheim/Auerbach das Spiel einfach nicht in den Griff. Nach dem 18:18 (42.) - ebenfalls durch Schwarz erzielt - legte Allensbach sogar eine 23:20-Führung (49.) vor, doch Bauer, Schwarz und Nagel egalisierten bis zur 52. Minute. Beim Stande von 25:25 (57.) setzte Julia Epple einen Siebenmeter neben das Tor. Aber Allensbach war Sekunden vor Spielende noch in Ballbesitz, als Nicole Schwarz den Ball abfing und auf und davon ging. Doch sie wurde unfair am Einwurf gehindert, der Rest ist bekannt.
HSG Bensh./Auerbach: Ursula Pauly (1. H.), Barbara Mildenberger (2. H.) - Stefanie Pietsch, Caroline Brüllmann (3), Ina Gottschalk (1), Anna Miszczyj (1), Susanne Eichler (n.e.), Marita Bauer (6), Deniz Sagir, Isabell Nagel (3/2), Nicole Schwarz (12/9), Kyra Fischer (n.e.).
SVA-Torschützinnen: Kerstin Wohlbold (6), Birgit Schöller (4), Julia Epple (4/3), Lena Landenberger (3), Sonja Pannach (3), Kathrin Egenhofer (2), Nicole Wohlbold (2), Bianca Boldt (1).
Schiedsrichter: Bartsch/Hurst (Östringen/Bruchsal). - Zeitstrafen: Egenhofer (2), Kerstin Wohlbold, Boldt (alle SVA); Brüllmann, Miszczyj (beide HSG) - Holztreffer: 3:4. - Zuschauer: 450