Tabellenführer Kirchhof bleibt auch in Bensheim ungeschlagen – 19:37 (11:16)
HSG Bensheim/Auerbach hat beim 19:37 gegen die SG Kirchhof keine Chance
Aus der Weststadthalle berichtet unser Redaktionsmitglied Ronald Schwinn
Spannend ging es im Topspiel der beiden besten Rückrunden-Mannschaften in der 2. Frauenhandball-Bundesliga Süd nur in den ersten 20 Minuten zu, als die HSG Bensheim/Auerbach dem Klassenprimus SG Kirchhof einigermaßen Paroli bot, dann aber doch - unerwartet klar - mit 19:37 (11:16) Toren den Kürzeren zog. Die Gegentoreflut kommt umso überraschender, da die erfolgreichste Torjägerin in dieser Liga, Cristina Weiss, wegen starker Rückenbeschwerden bei Kirchhof kaum in Erscheinung trat. Aber das SG-Ausnahmeteam verfügt mit Anja Kaltenbrunn, Karina Mühlhausen und Magdalena Urdea über eine wahre "Torefabrik".
Nur eine Goalgetterin diesen Formats und ein erträglicheres Resultat wäre für eine enttäuschte und letztlich enttäuschende HSG Bensheim/Auerbach garantiert gewesen. Symptomatisch an diesem Tag: mit sechs Treffern avancierte die erst vor ein paar Wochen reaktivierte Marita Bauer zur Haupttorschützin bei den Gastgeberinnen. Gerade gegen einen Gegner solchen Kalibers wurden die doch beschränkten personellen Möglichkeiten für Trainer Gerhard Steck offensichtlich.
Als dann auch noch Melani Marcantonio nach einem Zusammenprall bereits in Minute elf schreiend auf dem Boden der Weststadthalle liegen blieb, musste man schon das Schlimmste befürchten. Erst nach einer Auszeit von 18 Minuten ging es für die HSG-Rückraumspielerin weiter; ihre Fußverletzung (Bänderdehnung?) merkte man ihr in der Folgezeit jedenfalls nicht mehr an. Zwischen der 55. und 57. Minute sorgte Marcantoinio sogar mit drei zum Teil herrlichen Treffern wenigstens noch für eine kleine Ergebniskorrektur.
Überzeugen konnte letztlich keine HSG-Akteurin - auch die Torhüterinnen nicht, die angesichts der harten und platzierten Würfe der Kirchhofer "Shooterinnen" kaum Möglichkeiten hatten, sich auszuzeichnen. Caroline Brüllmann mühte sich zwar redlich, vor allem in Durchgang zwei etwas Linie in das Spiel ihrer Mannschaft zu bringen, doch vergeblich. Dieser Gegner war einfach zu übermächtig, schien sein Potenzial noch nicht einmal ganz auszuschöpfen. Die Bundesliga lässt jedenfalls schon jetzt grüßen!
Immerhin: nach zwei Minuten stand es 1:1 (nach Holztreffern) und nach vier Minuten dann auch nach Toren. Die HSG trat dem Favoriten anfangs jedenfalls respektlos gegenüber. Der Außenseiter ging sogar zwei Mal in Führung, beim 2:1 durch Marita Bauer mit einer herrlichen "Bogenlampe" (5.) und beim 4:3 durch die starke beginnende Anna Miszczyj (8.). Die HSG hinkte fortan zwar zumeist mit einem Treffer hinterher, hatte aber bei (zu) vielen Holztreffern Pech. Und auch die Schiedsrichter bevorteilten die Steck-Schützlinge - und zwar während der gesamten 60 Minuten - nicht gerade. Dies war jedoch letztlich nicht gravierend für den Spielausgang.
Nach Brüllmanns Tor zum 6:6 (13.) erzielte Kirchhof zwar drei Treffer in Serie zum 6:9 (16.), doch Miszczyj und Bauer brachten Bensheim/Auerrbach noch einmal auf 8:9 heran. Das war´s dann aber auch. Die fast schon erdrückende Dominanz der Gäste ließ fast schon Langeweile aufkommen. Die zweite Hälfte ist dann auch schnell abgehakt. Dass Bensheim/Auerbach kaum noch Widerstand leistete und sich in sein Schicksal fügte, zeigte schon die Tatsache, dass der Spitzenreiter zwischen der 40. und 49. Minute neun Treffer in Folge erzielte.
HSG Bensheim/Auerbach: Barbara Mildenberger, Ursula Pauly - Stefanie Pietsch, Caroline Brüllmann (4/1), Ina Gottschalk, Anna Miszczyj (5), Susanne Eichler, Marita Bauer (6), Deniz Sagir (n.e.), Melani Marcantonio (3), Isabell Nagel (1/1), Nicole Schwarz.
SG-Tore: Magdalena Urdea (10/3), Anja Kaltenbrunn (8), Karina Mühlhausen (8), Kathrin Hanke (4), Cristina Weiss (3/2), Carina Heidenreich (2/1), Nikolina Borovic (1), Sabine Kirmse (1).
Schiedsrichter: Maier/Stehle (Singen). - Zeitstrafen: Marcantonio, Nagel, Miszczyj / Heidenreich. - Holztreffer: 7:5. - Zuschauer: 600.