Jubel: Mit einem knappen 30:29 (16:15) über TuS Metzingen beginnt die
HSG-Mannschaft
(Mitte Edina Rott, Photo: Lutz Igiel)
Rumpf-Truppe der HSG Bensheim/Auerbach ringt TuS Metzingen mit 30:29
nieder
Die HSG Bensheim/Auerbach bzw. TSV Auerbach hat in ihrer fast 30-jährige Bundesliga-Historie sicherlich schon so manchen wertvollen und spektakulären Sieg errungen, doch der 30:29 (16:15)-Erfolg gegen TuS Metzingen am vergangenen Samstag in der vorgezogenen Begegnung der 2. Frauen-Handball-Bundesliga Süd war ein ganz besonderer. Mit gerade mal einer Auswechselspielerin legten die Schützlinge von Trainer Gerhard Steck einen großartigen Kampfgeist an den Tag und wuchsen in dieser deshalb so kräftezehrenden Partie phasenweise über sich hinaus. Besonders musste Melani Marcanotonio auf die Zähne beißen, die sich im Donnerstag-Training einen Muskelfaserriss zu gezogen hatte.
Da würden Stella Groupe und Joanna Fatidou, die unter den rund 550 Zuschauern in der Weststadthalle weilten, dem personell so arg gebeutelten HSG-Team gut zu Gesicht stehen. Ob es aus einem Engagement der beiden griechischen Nationalspielerinnen etwas wird, das wird sich frühestens heute entscheiden, denn die HSG-Verantwortlichen müssten einen Halbtagsjob für sie finden. HSG-Coach Gerhard Steck hält auf die Olympia-Teilnehmerinnen jedenfalls große Stücke: "Stella und Joana machten im Training einen hervorragenden Eindruck und haben sowohl spielerisch wie menschlich überzeugt. Mit ihnen wären wir deutlich stärker."
Personelle Aufrüstung heißt derzeit das oberste Gebot bei der HSG. Daran ändert auch die überzeugende Vorstellung gegen TuS Metzingen nichts. Hätte sich aber eine Barbara Mildenberger - immerhin parierte die HSG-Torhüterin vier (!) Siebenmeter in ganz entscheidenden Phasen - nicht in einer solchen Topform präsentiert, diese richtungsweisende, erste Standortbestimmung hätte wohl kein Happy End gehabt.
In toller Verfassung präsentierte sich auch Edina Rott, die als großer Rückhalt ihre Shooterinnen-Qualitäten wieder eindrucksvoll unter Beweis stellte. Ein gelungenes Punktspieldebüt feierte auch Mara Friton, die sich im HSG-Deckungsverband wie ein "alter Hase" präsentierte. Auch Claudia Schückler unterstrich, wie wertvoll sie für die Mannschaft sein kann.
Anfangs gaben sich beide Teams kaum Blößen. Zumeist lag die HSG mit einem Tor in Rückstand - 4:5 (11.), 7.8 (17.), ehe dann vier Tore in Serie zum wohl vorentscheidenden 11:8 (20.) führten. Doch der Vorsprung reduzierte sich dann wieder auf zumeist ein Tor, so auch zur Pause (16:15).
Per Doppelschlag hatte die überragende Rott der HSG wieder einen 22:18-Vorsprung ermöglicht (37.). Nach Rotts 24:19 (40.) schien eigentlich alles klar zu sein, doch der zu erwartende Substanzverlust schlug nun doch durch. Metzingen wurde immer stärker und hier vor allem die nun häufiger treffende Laura Steinbach, die fast im Alleingang TuS noch einen Punktgewinn garantiert hätte. Erst Mara Fritons 30:28 (58.42 Min.) bedeutete den Garantieschein für das erste HSG-Erfolgserlebnis.
HSG Bensheim/Auerbach: Barbara Mildenberger, Lena Belting - Stephanie Pietsch, Isabell Nagel (5/1), Deniz Sagir (2), Mara Friton (1), Melani Marcantonio (6), Claudia Schückler (5), Edina Rott (11/4).
TuS-Tore: Laura Steinbach (8), Silvia Solic (7/3), Zelka Urosevic (4), Anke von Wagner (2), Stefanie Bantleon (2), Karen Rücker (2), Iris Cartarius (2/1), Alexandra Schell (1), Cornelia Schmid (1).
Schiedsrichter: Kuntz/Schmitt (Klein-Blickersdorf/Marpingen). - Zeitstrafen: Rott, Friton (beide HSG) / Schmid, Steinbach (beide TuS). - Holztreffer: 2:3. - Zuschauer: 550.