Thorsten Schmid hatte sich nicht viel ausgerechnet, „aber nach dem Spielverlauf
muss man schon sagen, dass der Sieg für Göppingen schmeichelhaft ist“.
Die Abwehr hatte sehr gut gearbeitet, Barbara Mildenenberger im Tor stark gehalten
und Edina Rott bereitete den Göppingern immer wieder Kopfzerbrechen. Erst
in der Schlußphase setzte sich die Wurfkraft des FA-Rückraums durch.
„So schwer wie gegen Bensheim hatten wir es bislang in keinem Spiel“,
äußerte sich Göppingens Trainerin Heike Kemmner.
Claudia Schückler feierte nach Krankheitspause ihr Comeback.Die Zweitliga-Handballerinnen
von Frisch Auf Göppingen tragen in der Hohenstaufenhalle weiter eine weiße
Weste. Mit einem hauchdünnen 28:27-Erfolg fuhren sie den siebten Heimsieg
in Folge ein. Doch die auswärtsstarke HSG Bensheim-Auerbach erwies sich
als unangenehmer Gegner.
Unter den Augen ihrer bisherigen Mitspielerin Maike Brückmann, die ab
sofort das Trikot des Erstligisten BVB Dortmund trägt und vor dem Anpfiff
von Frisch-Auf-Präsident Thomas Lander verabschiedet wurde, taten sich
die Zweitliga-Handballerinnen gestern Abend gegen die HSG Bensheim-Auerbach
sehr schwer.
Doch Frisch-Auf-Trainerin Heike Kemmner hatte nach den mühsamen 60 Minuten,
die mit einem glücklichen 28:27-Erfolg endeten, eine Erklärung: "Das
war ein typisches Spiel nach einer Pause, da weiß man nicht so recht,
wo man steht." Drei Wochen waren seit dem letzten Spieltag vor Weihnachten
vergangen. "Wir waren sehr nervös und hatten mehr mit uns selbst zu
tun", hatte Kemmner schnell festgestellt. Schon die ersten drei Angriffe
forderten Geduld von den grün-weißen Fans, der Ball kullerte einfach
so dem Gegner in die Hände, der prompt eine 2:0-Führung daraus machte.
Dank einer in der ersten Hälfte mit sechs Toren treffsicheren Martina Fritz
hielt Frisch Auf den Anschluss. Dazu kam eine stabile Abwehr, die einzig Torjägerin
Edina Rott nicht in den Griff bekam. Dennoch sah Heike Kemmner von einer Spezialbewachung
ab: "Videos von anderen Spielen haben gezeigt, dass dann Rotts Mitspielerinnen
Nagel und Marcantonio die entstehenden Räume nutzen."
Mit fünf Treffern im zweiten Spielabschnitt - drei davon in der spannenden
Schlussphase zwischen der 53. und 58. Minute - hatte Munteanu zusammen mit Verena
Breidert, die nach dem Seitenwechsel vier Mal traf, entscheidenden Anteil am
Göppinger Sieg. Dabei mussten die Grün-Weißen noch in der 52.
Minute den 22:22-Ausgleich hinnehmen, ehe sie sich bis zwei Minuten vor dem
Abpfiff durch ein Tor der jungen Isabelle Glauner vorentscheidend auf 27:24
absetzen konnten.
Doch wie schon im Verlauf der gesamten Partie unterliefen den Gastgeberinnen
dann wieder unglaublich leichtfertige Ballverluste, die die Begegnung bis zur
Schlusssekunde spannend machten. Am Ende behielten die glücklichen Göppingerinnen
trotz zweier Gegentore in den letzten 60 Sekunden mit 28:27 die Oberhand.
SO SPIELTEN SIE
FA Göppingen: Siffermann, Fuchs (bei einem Strafwurf); Schulz (2), Unseld
(n. e.), Habiger, Munteanu (7), Breidert (5), Fritz (7/2), Glauner (1), Siegert,
Frey (1), Dangel (5/1).
HSG Bensheim-Auerbach: Mildenberger, Belting (n. e.); Pietsch (n. e.), Nagel
(7/4), Semmler (n. e.), Knobloch (3), Sagir, Friton (2), Bauer (1), Marcantonio
(4), Schückler (1), Rott (9/1).
Schiedsrichter: Hering (Bamberg)/ Schulte (Bischberg).
Zeitstrafen: 6:6 Minuten (zweimal Schulz, einmal Munteanu - Knobloch, Friton,
Rott).
Zuschauer: 500
Quelle: www.fa-frauen.de