„Wir hatten uns vorgenommen, das Spiel aus einer starken Abwehr zu
gewinnen. Dass wir die erste Hälfte (11:12) noch offen gestalten konnten,
lag weniger an uns als vielmehr an der geringen Trefferquote der Gastgeberinnen“,
kommentierte Betreuer Helmut Richter – (Trainer Thorsten Schmid war
auf einem Turnier mit der Hessenauswahl) und bemängelte zudem die schwache
HSG-Defensivleistung.
Bensheim/Auerbach unterliegt nach überaus schwacher Abwehrleistung mit 24:28 in Allensbach
So hatte sich der Tross der HSG Bensheim/Auerbach den Samstagabend nicht vorgestellt. Mit viel Zuversicht fuhren die 13 Zweitliga-Handballerinnen - unterstützt von einigen Zuschauern, aber noch ohne die Neuzugänge von der TSG Münster - zum Auswärtsspiel beim SV Allensbach. Im Training hatten sie gut gearbeitet, das Hauptaugenmerk auf die Deckungsarbeit gelegt. Doch dann war es ausgerechnet die Defensivleistung, die ausschlaggebend für die bittere 24:28 (11:12)-Niederlage vor 350 Zuschauern am Bodensee war.
"Wir hatten uns vorgenommen, aus einer starken Abwehr heraus das Spiel zu gewinnen. Aber dass wir die erste Hälfte noch offen gestalten konnten, lag weniger an uns als vielmehr an der schwachen Trefferquote der Gastgeberinnen", fand HSG-Betreuer Helmut Richter nach der Schlusssirene deutliche Worte.
Richter hatte in Abwesenheit von Trainer Thorsten Schmid, der mit der Hessenauswahl auf einem Turnier weilte, das Coaching auf der Bank übernommen. Gemeinsam mit Co-Trainerin Edina Rott, die auf dem Feld die Fäden zog und mit zehn Treffern einmal mehr erfolgreichste HSG-Werferin war, versuchte Richter die Niederlage noch abzuwenden - aber erfolglos.
"Am Coaching hat es nicht gelegen. Thorsten Schmid hat alles im Vorfeld mit Edina Rott und Helmut Richter abgesprochen und da gab es überhaupt keine Probleme. Aber wenn man so schwach in der Deckung - vor allem im Mittelblock - steht, dann kann man nicht gewinnen", monierte auch Reinhardt Bender, der die sportliche Leitung der Zweitliga-Mannschaft inne hat, bis ein Nachfolger für die zurückgetretene Geschäftsführerin Kyra Fischer gefunden ist. Durch die Niederlage bleiben die Bensheimerinnen zwar auf dem siebten Tabellenplatz, doch nur noch auf Grund des besseren Torverhältnisses gegenüber dem SV Allensbach. Und ohne schwarz malen zu wollen: Angesichts von gerade einmal vier Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz wächst der Druck vor dem Heimspiel am kommenden Samstag (29.) gegen Ober-Eschbach deutlich.
Am Bodensee fand die HSG von Beginn an nicht zu der starken Leistung, die vor einer Woche fast zum Punktgewinn beim Top-Team von FA Göppingen gereicht hätte. "Die Abwehrarbeit war deutlich schwächer", so Helmut Richter enttäuscht. Nur dank einer gut aufgelegten Barbara Mildenberger im Tor und einer schwachen Wurfausbeute der Gastgeberinnen entwickelte sich in den ersten 30 Minuten eine enge Partie. Nach dem frühen 1:3 steigerte sich Bensheim in der Offensive, glich zum 4:4 und 6:6 (12.) aus. Auch den zwischenzeitlichen 8:11-Rückstand machte die HSG wieder wett, ehe Allensbach mit der Schlusssekunde der ersten Hälfte die neuerliche 12:11-Führung markierte.
"In der Kabine hatten wir uns dann noch einmal viel vorgenommen und wollten endlich in der Deckung besser und aggressiver stehen. Doch dann lief rein gar nichts", musste Helmut Richter nach dem Seitenwechsel mit ansehen, wie Kerstin Wohlbold aufdrehte. Die ersten fünf SVA-Treffer markierte die Torjägerin der Gastgeberinnen. Edina Rott versuchte auf Seiten der HSG dagegen zu halten, traf dreimal, aber Allensbach zog davon. Über 14:11 und 20:16 setzte sich die Mannschaft von Trainer Georg Fitz bis auf 27:20 ab und sorgte damit für die Vorentscheidung.
"Es hat auch nichts geholfen, dass wir zwischen der 40. und 50. Minute Kerstin Wohlbold in Manndeckung genommen haben. Wir waren einfach durch unsere schwache Abwehrleistung verunsichert", bemängelte Richter. In den Schlussminuten war für Bensheim/Auerbach nur noch etwas Schadensbegrenzung möglich. "Richtig ran sind wir in der gesamten zweiten Hälfte nicht mehr gekommen", so Richter enttäuscht, um gleich darauf wieder Zuversicht auszustrahlen: "Die Mannschaft trainiert unter Thorsten Schmid sehr gut und das wird sich in den nächsten Spielen sicherlich auszahlen. Ich blicke eigentlich weiter optimistisch nach vorn."
HSG Bensheim/Auerbach: Barbara Mildenberger, Lena Belting - Steffi Pietsch, Franziska Semmler, Isabel Nagel (1), Julia Blümel, Ina Knobloch (2), Deniz Sagir, Mara Friton (6), Marita Brauer, Melani Marcantonio (3), Claudia Schückler (2), Edina Rott (10/2).
SVA-Tore: Kerstin Wohlbold (11/4), Lena Landenberger (5/2), Sandra Rebholz (4), Nicole Wohlbold (2), Sonja Pannach. esi
Ketsch kommt schwer in Tritt
Mit einem klaren 27:16-Auswärtssieg bei der HSG Albstadt untermauerten die Zweitliga-Handballerinnen der TSG Ketsch ihren vierten Tabellenplatz. Dabei sah es für die "Bären" in den ersten 30 Minuten gar nicht gut aus. Mit einem mageren 9:9-Unentschieden ging es in die Pause. "Wir haben in den ersten Minuten gleich fünf klare Chancen vergeben und das hat uns verunsichert", sah Trainerin Karin Euler eine "grottenschlechte erste Hälfte". Lediglich die Abwehrleistung war nach Ansicht Eulers "über 60 Minuten gut".
Nach dem Seitenwechsel dauerte es aber dann nicht lange, bis die "Bären" in Tritt kamen. "Als wir in der 40. Minute mit 16:12 führten war die Sicherheit wieder da", erlebte Karin Euler anschließend eine souveräne Vorstellung ihres Teams.
TSG-Tore: Garcia-Almendaris (7), Trunk, Wörner (je 5), Ullrich, Konrad, Huber (je 2), Kuhn, Ivandic, Augsburg, Löbich