Verletzung von Susanne Schulz wirft HSG aus der Bahn
Die Zuschauer in der Weststadthalle bekamen am Samstagabend einen Handballkrimi der Marke Alfred Hitchcock geboten. Mit einem überraschenden Ende: ohne Happy End für die Gastgeber.
Die Gäste aus dem Schwabenland erwischten den deutlich besseren Start. Bis zur 6. Spielminute dauerte es, bis durch Petra Streb per Tempogegenstoß das erste Tor für die HSG fiel, während Metzingen zu diesem Zeitpunkt schon 3 Treffer auf der Habenseite verbucht hatten. Knapp 3 Minuten später erhöhte Iris Cartarius sogar zum 1:5 für Metzingen. Die HSG tat sich zu diesem Zeitpunkt mit der robusten 6:0 Deckung des Gegners besonders schwer. Dazu kamen einige unglückliche Latten und Pfostentreffer. Nach einer Auszeit durch Trainer Thorsten Schmid fand die HSG deutlich besser ins Spiel und holte den 4 Tore Rückstand Tor für Tor auf. Melani Marcantonio markierte mit dem 8:8 den Ausgleichstreffer (25.) und mit dem 10:9 drei Minuten später die erstmalige Führung für die Gastgeber. Wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff gelang Katja Lehmann per Tempogegenstoß gar die 12:10 Führung.
Das Schmid-Team kam nach der Pause gut ins Spiel zurück und konnte die
Führung gar auf 4 Tore ausbauen (39.) und bis zur 47. Spielminute (20:16)
halten. Aber dann kam in der 50. Spielminute der zweite Wendpunkte die Begegnung:
HSG Torhüterin Susanne Schulz bekam einen Ball aus nächster Nähe
- ohne Absicht - voll ins Gesicht. Das Spiel musste für einige Minuten
unterbrochen werden und während die Gastgeber um ihre am Boden liegende
Torfrau bangten, konnte Gästetrainer Emir Hadzimuhamedovic sein Team
neu motivieren.
Für die, gerade im zweiten Spielabschnitt ausgezeichnet parierende Susanne
Schulz (Foto, Lutz Igiel), kam Eva Giron-Timmler ins Tor. Die Spielfluss der
HSG war unterbrochen. Die Folge: 6 Tore der Gäste in 5 Minuten und kein
Treffer der HSG (22:24 / 56.). 6 Minuten nach ihrer verletzungsbedingten Auswechslung
kam Susanne Schulz für die etwas unglücklich agierende Eva Giron-Timmler
wieder ins Spiel. Die HSG schien auf der Verliererstraße zu sein. Dann
ging alles Schlag auf Schlag. Isabell Nagel erzielt den Anschlusstreffer (23:24
/ 57.) und die im zweiten Spielabschnitt in der Offensive stark aufspielende
und kämpfende Edina Rott den 24:24 Ausgleich (58.). Alles war wieder
offen. Tina Gruß stellt per 7 m Strafwurf, der von einer umstrittenen
Zeitstrafe für Petra Streb begleitet war, die 24:25 Führung für
die Gäste. Im Gegenzug bekommt Patricia Stefani eine Strafzeit und bei
5 gegen 5 erzielt Edina Rott das 25:25. Noch eine Spielminute und die Gäste
haben den Ball und verlieren ihn 25 Sekunden vor dem Abpfiff.
Die HSG im Ballbesitz, wenige Sekunden bis zum Spielende - das Unentschieden ist scheinbar sicher, ein Torwurf kann den Sieg bringen. Was kann sonst noch passieren? Im Handball viel! Hier war es ein unglücklicher Ballverlust durch Isabell Nagel 7 Sekunden vor Spielende. Tina Gruß läuft den Tempogegenstoß für die Gäste und erzielt per Heber, der den Zuschauern in der Weststadthalle in diesem Moment unendlich lange vorgekommen sein muss, den Siegtreffer für die Schwaben. In den Torpfiff hinein ertönt die Hupe, die das Spielende signalisiert. Ein konsterniertes Publikum nimmt die Freudentänze der Metzinger wie gelähmt wahr - mit Ausnahme der wenigen mitgereisten Gästefans.
Trainerstimmen
Emir Hadzimuhamedovic (TuS Metzingen)
"Die 6:0 Abwehr hat am Anfang gut gestanden. Nach 15 Minuten hat die Mannschaft den Kopf verloren und zu viele Einzelaktionen gegen die 3:2:1 Abwehr der HSG versucht. Entscheidender Punkt: Die Verletzungspause bei der ich jeder Spielerin sagen konnte 'ohne Hektik die letzten Minuten zu spielen' was dann auch super umgesetzt wurde."
Er sah seine Mannschaft einige Entscheidungen der Schiedsrichter benachteiligt. Die glücklichere Mannschaft, nicht unbedingt die bessere Mannschaft habe gewonnen. Er musste zudem auf 2 Spielerinnen kurzfristig verzichten. Aber der Sieg sei verdient und er könne mit dem Ergebnis gut leben.
Thorsten Schmid
"Glückwunsch an Emir und TuS Metzingen. Die glücklichere und vielleicht sogar cleverere Mannschaft hat heute gewonnen." "Mit der Verletzung von Susi kam ein Bruch ins Spiel der HSG."
Der letzte Angriff hätte ausgespielt werden müssen, aber das sei nun mal Sport. Deshalb habe die glücklichere und nicht die bessere Mannschaft gewonnen.
Für die HSG spielten
Susanne Schulz (1. - 35. min) und Eva Giron-Timmler (50. -56. min, sowie für 1 Siebenmeter in der 1. Halbzeit) im Tor
Stefanie Egger (n.e.), Mara Friton 1, Sandra Kleinjung 1, Katja Lehmann 3, Melani Marcantonio 3, Isabell Nagel 6/1, Edina Rott 9/1, Olga Savanyu, Petra Streb 1, Claudia Schückler 1
Für die TusSies spielten
Anika Kuhlmann und Andrea May im Tor
Iris Cartarius 5/2, Cornelia Schmid 2, Wendy Smits 6, Femke Verboven 4, Milena Rösler, Patricia Stefani, Tina Gruß 8/5, Miriam Lang 1
Strafwürfe
HSG: 2 (alle verwandelt)
TuS: 7 (alle verwandelt)
Zeitstrafen
HSG: 4 (Lehmann, Nagel, Kleinjung, Streb)
TuS: 3 (Schmid, Smits, Stefani)
Schiedsrichter
Fischer/Hetzel (Ludwigshafen)
Spielfilm
1. (0:1), 6. (1:3), 9. (1:5) 22. (6:7), 28. (10:9), HZ(12:10)
36. (16:12), 43. (18:14), 37. (18:23), 47. (20:16), 53. (21:21), 54. (21:22), 55. (21:23), 55. (22:23), 56. (22:24), 57. (23:24), 58. (24:24), 59. (24:25), 59. (25:25), 60. (25:26) (Endstand)