Zweiter Ausrutscher zu Hause - 20:26 Niederlage

Nach der unglücklichen Niederlage am letzten Spieltag gegen Metzingen, gab am Samstag abend eine überraschende und deutliche Heimniederlage gegen den BSV Sachsen Zwickau.

 

Die weitgereisten Gäste von der Mulde erwischten den besseren Start. 0:2 lag die HSG zurück, bis in der 5. Spielminute Isabell Nagel zum ersten mal für die HSG traf. Es entwickelte sich eine recht ausgeglichene erste Halbzeit, in der sich keine der beiden Mannschaften deutlicher absetzten konnte - die HSG allerdings auch zu keinem Zeitpunkt in Führung ging. Dabei bestanden Chancen genug. Alleine 3 Siebenmeter wurden von der HSG verworfen, bzw. von Sandra Graupner im Tor der Gäste vereitelt. So scheiterte Edina Rott beim Stande von 9:9 (25.) an ihr und die überragende Ingrida Bartaseviciene erzielte den 9:10 Halbzeitstand. Die HSG haderte nicht nur mit einer ausgezeichnet eingestellten und sehr beweglichen Deckung des BSV, an diesem Abend kamen im Angriff Faktoren zusammen, die gerade in der zweiten Halbzeit spielentscheidend werden sollten:

- Reihenweise wurden 7m nicht verwandelt.

- 6x landete der Ball am Aluminiumrahmen des Tores.

- 5 Kreisübertritte gab es vor allem auf den Außenpositionen.

- Edina Rott wurde durch die kurze Deckung der Gäste vollständig aus dem Spiel genommen,

- während auf der anderen Seite Ingrida Bartaseviciene von der HSG überhaupt nicht unter Kontrolle zu kriegen war.

 

Zudem begann die 2. Spielhälfte mit dem schon aus früheren Spielen bekannten "Nach-der-Pause-Black-Out" der HSG. Bis zur 40. Spielminute mussten die Fans der HSG auf den ersten Treffer der eigenen Mannschaft warten. Den erzielte Olga Savanju - bezeichnenderweise per Nachwurf, ihr 7m Wurf wurde einmal mehr von Sandra Graupner pariert. Die Gäste hatten diese für die HSG torlosen Minuten 6 x zu Torerfolgen genutzt, davon alleine 4 x Ingrida Bartaseviciene. So stand es denn 10:16 und diesem 6 Torerückstand lief die HSG bis zum Schluss hinterher. Zwar kam man durch die kämpferisch spielende Melani Marcantonio und nachdem man endlich in Claudia Schückler eine sichere Siebenmeterwerferin (4 von 4 verwandelt) gefunden hatte, noch mal auf 17:21 (51.) heran, aber die Gäste waren zu clever, als dass sie sich diesen - vollauf verdienten - Sieg noch einmal wegschnappen lassen würden. Daran konnte auch die Einwechselung von Barbara Mildenberger nichts ändern. Den Schlusspunkt zum 20:26 setzte...

Claudia Schückler
... Claudia Schückler (Foto) - eine der wenigen HSG-Spielerinnen, die an diesem Tag überzeugen konnten.

 

Diese zweite Heimniederlage in Folge wirft einige Fragen auf und gibt Raum für Spekulationen, gerade weil man in dieser Saison gegen so starke Gegner wie Göppingen, Markranstädt und Weibern so überzeugen konnte. Hat die HSG in den vorangegangenen Spielen über ihre Verhältnisse gespielt? Fehlt es deshalb jetzt, gerade bei den Leistungsträgern, an Frische, Kraft und Motivation? Wie kann auf der einen Seite eine Ausnahmespielerin von der gegnerischen Deckung vollständig abgemeldet werden, auf der anderen Seite eine Ausnahmespielerin aber 9 Feldtore erzielen?

 

Weg von den Spekulationen, hin zu den Fakten:

Die HSG hat 23 Pluspunkte und das Saisonziel war Klassenerhalt. Man hat einige Wochen von einem Play-Off-Platz träumen können. An diesem Samstag hat die Mannschaft gewonnen, die unbedingt nicht absteigen möchte und nicht die Mannschaft die vielleicht an den Play-Offs teilnehmen möchte.

 

Nach dem Spiel gab HSG Trainer Thorsten Schmid im Gespräch mit der Presse bekannt, dass 3 der 4 "Münsteraner", Judith Herr, Katja Lehmann und Susanne Schulz, in der nächsten Saison definitiv nicht mehr für die HSG spielen werden.

 

 

Für die HSG spielten

Susanne Schulz (1. - 45. min), Barbara Mildenberger (46. -60. min) im Tor, Eva Giron-Timmler (n.e.)

Stefanie Egger, Mara Friton 2, Sandra Kleinjung, Katja Lehmann 2, Melani Marcantonio 3, Isabell Nagel 2, Edina Rott 1/1, Olga Savanyu 3, Petra Streb, Claudia Schückler 7/4.

 

Für den BSV spielten

Sandra Graupner und Manuela Splinter im Tor

Kathleen Wiese 5, Evelina Kalasauskaite 3, Isabel Stegert 1, Christin Bachmann 2, Daniela Wolff, Ingrida Bartaseviciene 12/3, Romy Flöter, Carolin Unger 1, Julia Kain, Nadine Stein 2, Anke Schulz.

 

Strafwürfe

HSG: 10 (davon 5 verwandelt)

BSV: 3 (alle verwandelt)

 

Zeitstrafen

HSG: 1 (Rott)

BSV: 3 (Bartaseviciene, Wiese, Stein)

 

Schiedsrichter

Pritschow, Pritschow (Stuttgart)

 

Zuschauer

ca. 400

 

Spielfilm

0:2 (4.), 2:2 (6.), 4:4 (13.), 6:8 (17.), 9:9 (24.) 9:10 (29. Halbzeitstand)

9:16 (40.), 12:19 (46.), 15:20 (49.) 17:21 (51.), 18:25 (57.), 20:26 (60. Endstand)