Das Hinspiel in Mainzlar gewann die HSG deutlich mit 23:32. Doch in den folgenden
Wochen ist bei den Mittelhessen viel passiert: Ein neuer Trainer (Jürgen
Gerlach) und in seiner Gefolgschaft drei neue Spielerinnen (Csilla Elekes,
Miroslava Ritsklavitchius und Anja Groschopp geb.
Unger). Doch bisher hatte dies wenig Früchte für den Vorletzten
der Tabelle getragen. Gegen eine HSG, bei der im Offensivbereich in der 2.
Spielhälfte fast gar nichts mehr zusammenlief, konnten die Mittelhessen
jedoch einen wichtigen Punkt im Kampf gegen den Abstieg für sich verbuchen.
Die Gäste erwischten vor ca. 400 Zuschauern in der Bensheimer Weststadthalle den besseren Start. Zwei von Miroslava Ritskiavicius verwandelte Siebenmeter brachten die Mittelhessen 1:4 in Führung. Edina Rott wurde schon nach wenigen Minuten von den Gästen in kurze Deckung genommen. Durch eine Vielzahl ausgelassener 100 % Chancen, die meist an Latte oder Pfosten endeten, lief die HSG bis zur 22. Spielminute einem 1-2 Tore Rückstand hinterher. Olga Savanjus Rückraumtor brachte den 9:9 Ausgleich und durch einen Treffer von Juniorennationalspielerin Claudia Schückler von Rechtsaußen zum 11:10, kam die HSG erstmals nach 25 Spielminuten in Führung. In der nun stärksten Phase der HSG konnte die Führung zum 14:12 Pausenstand ausgebaut werden.

Die Abwehrchefin im Angriff erfolgreich: Petra Streb erzielt das 7:8
In den zweiten Spielabschnitt starteten die Gastgeber zunächst recht vielversprechend. Ein Doppelschlag von Melani Marcantonio (36. und 37.) brachte der HSG erstmals einen 3 Tore Vorsprung (17:14). Doch dann war für 15 Minuten Sendepause bei der HSG. Kein Tor erzielte die Mannschaft von Thorsten Schmid in dieser Viertelstunde und es war nur der überragenden Eva Giron-Timmler im Tor der HSG zu verdanken, dass die Gäste in diesem Abschnitt nur 3 Tore warfen. Das Spielniveau war alles andere als hochklassig. Viele technische Fehler und Ballverluste auf beiden Seiten und im Angriff eine HSG, die eher an einen zahnlosen Tiger erinnerte. Nach dem Ausgleich der Gäste von Peggy Treek zum 17:17 (50.) war die Partie nun wieder völlig offen. Zwei von Edina Rott verwandelte 7m (56. und 58.) brachten die HSG mit 20:18 scheinbar auf Siegkurs. Auch nach dem Anschlußtreffer von Miroslava Ritskiavicius 36 Sekunden vor Abpfiff, schien dem noch so. Die HSG führte und hatte in den letzten Sekunden Ballbesitz. Doch die alles andere als souverän pfeifenden Unparteiischen erkennen bei Claudia Schückler - an diesem Abend der Pechvogel der HSG - auf Schrittfehler. Die Gäste bekommen den Ball und Trainer Gerlach nimmt eine Auszeit, um seine Mannschaft auf den letzten und entscheidenden Angriff des Spiels einzustellen. Erfolgreich, denn der Angriff kann nur durch ein Foulspiel unterbunden werden: 2 Minuten Zeitstrafe und in der Phase viel schlimmer, Siebenmeter für die Gäste. 3 Sekunden vor dem Abpfiff. Miroslava Ritskiavicius nimmt das Spielgerät und verwandelt, ohne zu zögern, zum glücklichen 20:20 Ausgleich für den TV Mainzlar.
Ein Punktgewinn für die Mittelhessen und ein Punktverlust für die Gastgeber von der Bergstraße. So zeigten es jedenfalls die Reaktionen von Spielerinnen und Trainer.
Eine schlechte Chancenverwertung und ein durch die kurze Deckung von Edina Rott allzu harmloser Angriff der HSG, der sich gegen die robuste 6:0 Deckung der Mittelhessen nicht durchsetzen konnte, waren die Hauptursache des Punktverlustes. Ein zweiter Grund wurde im Anschluss an die Pressekonferenz den Fans der HSG mitgeteilt.
Die nur 20 Gegentore sprechen für eine tolle Abwehrleistung. 20 Treffer, davon nur 13 aus dem Feld heraus, sind eindeutig zu wenig.
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Trainerstimmen
Jürgen Gerlach
Seine Mannschaft hätte sich zu keiner Zeit aufgegeben und gut zusammengespielt. Der Punktgewinn sei daher verdient und gäbe Hoffnung für die weiteren Spiele gegen den drohenden Abstieg
Thorsten Schmid
Seine Mannschaft kam nach Anlaufschwierigkeiten in der 1. Halbzeit ganz gut ins Spiel. Mainzlar konnte erfolgreich das Tempospiel der HSG unterbinden. Nur 6 Tore in der 2. Halbzeit seien aber viel zu wenig gewesen, um das Spiel zu gewinnen.
Thorsten Schmid verlässt die HSG zum Saisonende
Im Anschluss an die Pressekonferenz gab der Bundesligabeirat der HSG bekannt, dass Trainer Thorsten Schmid um die Auflösung seines Zweijahresvertrages zum Saisonende gebeten habe. Er hat ein lukratives Angebot eines Bundesligavereins aus dem Männerbereich vorliegen, das er wahrnehmen möchte. Der Bundesligabeirat kommt diesem Wunsch schweren Herzens nach. Schmid bleibe der HSG jedoch als Mentor für das Jugendkonzept erhalten.
Für die HSG spielten
Susanne Schulz (1. - 30.) und Eva Giron-Timmler (31.-60.) im Tor
Stefanie Egger (n.e.), Mara Friton, Sandra Kleinjung, Katja Lehmann, Melani Marcantonio 2, Isabell Nagel 2, Edina Rott 7/3, Olga Savanyu 3, Claudia Schückler 5/4, Petra Streb 1.
Für den TV Mainzlar spielten
Marion Chilla und Susanne Mauracher im Tor
Miroslava Ritskiavicius 7/4, Gitta Politt, Catharina Meywald, Peggy Treek
3, Zsofia Mozsi 2, Dana Kläring 2, Andrijana Atanasoska 3, Katharina
Leib 1,
Anja Groschopp 2, Csilla Elekes (n.e.), Jördis Mundt.
Strafwürfe
HSG B/A: 9/7 (1x Latte Rott, 1x Latte Schückler)
TV M: 5/4 (1x Latte Ritskiavicius)
Zeitstrafen
HSG: Streb 2x
TVM: Groschopp 2x, Moszi 1x, Klaring 1x
Schiedsrichter
Marcus Altmann, Marco Wallenfels (Ludwigshafen/Ottersheim)
Spielfilm
0:1 (2.), 1:4 (8.), 2:5 (9.), 5:5 (12.), 7:9 (18.), 9:9 (22.) 11:10 (25.), 12:12 (28.), 14:12 (Halbzeit)
15:13 (35.), 17:14 (37.), 17:17 (50.), 18:18 (56.), 20:18 (59.), 20:20 (Endstand)
Zuschauer
ca. 400