Nicht schön, aber erfolgreich: 23:21 (11:10) Sieg im Derby

Eine katastrophale Chancenverwertung, bei der die Flames reihenweise 100%ige Chancen vergaben, weil sie entweder an der überragenden Sabine Otto im Tor der Eschbach-Pirates oder am „Torholz“ (achtmal) scheiterten, hinterlies bei manchem Zuschauer in der Bensheimer Weststadthalle den Eindruck, dass die Flames wohl unter der Woche nur mit Medizinbällen trainiert haben.

 

Einen regelrechten Fehlstart gab es daher zu Beginn der ersten Halbzeit. Zwar konnte Edina Rott im ersten Angriff der Flames das 1:0 für die Gastgeberinnen erzielen, doch die Taunusstädter kamen durch reihenweise vergebene Chancen der Flames schnell zu einem 4 Torevorsprung. Jutta Neuheiser markierte in der 8. Spielminute das 1:5 für Ober-Eschbach. Mühsam gestaltete sich die Aufholarbeit, doch wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff erzielte Stefanie EggerStefanie Egger erstmals seit der 1. Spielminute wieder die Führung für die HSG. Mit der psychologisch wichtigen 11:10 Führung ging es für die Flames in die Kabine.

 

Im zweiten Spielabschnitt konnte sich die HSG nie richtig vom Gegner absetzen. Mehr als 3 Tore Vorsprung gab es nicht, denn immer wieder kämpften sich die Eschbach-Pirates durch die überragend haltende Sabine Otto im Tor heran. So war es ein spannendes, aber keinesfalls hochklassiges Hessenderby. Als Mara Friton Mitte der 2. Halbzeit humpelnd das Spielfeld verletzte, war noch nicht damit zu rechnen, dass das „Bensheimer Lazarett“ für die nächsten Wochen einen Neuzugang zu verzeichnen hat. In einer ersten Diagnose unmittelbar nach dem Spiel ist - so Ildiko Barna bei der Pressekonferenz - von einem Bänderriss im Knie der jungen Bensheimerin auszugehen. Als Jutta Neuheiser, an diesem Tag die erfolgreichste „Piratin“, 2 Minuten vor Spielende den Anschlusstreffer zum 22:21 erzielte, bestand sogar Gefahr, dass die Piraten einen Punkt aus Bensheim entführen könnten. Doch Conny Schmid traf konnte mit ihrem Treffer zum 23:21 den Sieg für die HSG absichern und gleichzeitig den Schlusspunkt unter die keinesfalls hochklassige Partie setzen.

 

Es war sicherlich eines der schwächsten Spiele der Flames in der bisherigen Saison in eigener Halle. Einige Leistungsträger fanden überhaupt nicht zu ihrem Spiel. Sehr erfreulich, dass dafür die Youngster Verantwortung übernahmen und dabei auch erfolgreich im Abschluss waren. Sandra KleinjungSandra Kleinjung zeigte nach ihrem starken Auftritt am letzten Wochenende beim HC Sachsen Neustadt-Sebnitz (5 Tore), dass sie auch vor heimischem Publikum so eine Leistung abrufen kann. Ildiko Barnas Vertrauen in sie, Kleinjung war in der Startaufstellung und bekam hohe Spielanteile, belohnte sie mit einer ausgezeichneten Leistung.

Der fünfte Sieg in Folge bringt die HSG auf den 3. Tabellenplatz. Der ehemalige Tabellenführer TuS Weibern ist dagegen nach der 4. Niederlage in Folge (31:29 gegen Nellingen) auf den 6. Platz abgerutscht. und bildet jetzt das Schlusslicht der 6 Play-Off-Kandidaten.

Am nächsten Wochenende ist die HSG spielfrei. Am 10. Februar kommt dann die lange Reise zum Tabellenletzten nach Riesa.

 

 

Für die Flames spielten

Laura Glaser und Weena Ghosh (n.e.) im Tor

Stefanie Egger 5, Mara Friton 1, Sandra Kleinjung 5, Antje Lauenroth, Melani Marcantonio, Isabell Nagel 4/2, Edina Rott 3, Olga Savanyu 2, Conny Schmid 1, Claudia Schückler 1, Petra Streb 1.

 

Für die Eschbach-Pirates spielten

Sabine Otto, Eva-Maria Klaßen (n.e.) und Christine Grebe (n.e.) im Tor

Carolin Kordt, Victoria Wriedt 4, Nataliya Shcherbakova 2, Mariann Nagy, Gina Duketis 1, Jonna Jensen 3, Jutta Neuheiser 5, Bianca Volk, Johanna Holstein 3, Lina Aramauskaite 3.

 

Strafwürfe

Flames: 5/2 (1x Egger und 2x Rott verworfen)

Pirates: keine

 

Zeitstrafen

Flames: Egger 1x 2min

Pirates: Kordt, Shcherbakova, Abramauskaite und Volk je 1x 2min

 

Schiedsrichter

Klaus Maier und Franz Stehle (Mühlhausen/Steißlingen)

 

Spielfilm

1:0 (1.), 1:5 (8.), 3:5 (12.) 6:7 (19.), 7:9 (24.), 9:9 (27.) 10:10 (30.), 11:10 (30.) (Halbzeit)

13:10 (34.), 13:13 (36.), 16:13 (41.), 17:16 (45.), 19:16 (46.), 20:17 (49.), 22:19 (52.), 22:21 (58.), 23:21 (59.) (Endstand)

 

Zuschauer

ca. 350