Eine katastrophale Chancenverwertung, bei der die Flames reihenweise 100%ige Chancen vergaben, weil sie entweder an der überragenden Sabine Otto im Tor der Eschbach-Pirates oder am „Torholz“ (achtmal) scheiterten, hinterlies bei manchem Zuschauer in der Bensheimer Weststadthalle den Eindruck, dass die Flames wohl unter der Woche nur mit Medizinbällen trainiert haben.
Einen regelrechten Fehlstart gab es daher zu Beginn der ersten Halbzeit.
Zwar konnte Edina Rott im ersten Angriff der Flames das 1:0 für die Gastgeberinnen
erzielen, doch die Taunusstädter kamen durch reihenweise vergebene Chancen
der Flames schnell zu einem 4 Torevorsprung. Jutta Neuheiser markierte in
der 8. Spielminute das 1:5 für Ober-Eschbach. Mühsam gestaltete
sich die Aufholarbeit, doch wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff erzielte
Stefanie
Egger erstmals seit der 1. Spielminute wieder die Führung für die
HSG. Mit der psychologisch wichtigen 11:10 Führung ging es für die
Flames in die Kabine.
Im zweiten Spielabschnitt konnte sich die HSG nie richtig vom Gegner absetzen.
Mehr als 3 Tore Vorsprung gab es nicht, denn immer wieder kämpften sich
die Eschbach-Pirates durch die überragend haltende Sabine Otto im Tor
heran. So war es ein spannendes, aber keinesfalls hochklassiges Hessenderby.
Als Mara Friton Mitte der 2. Halbzeit humpelnd das Spielfeld verletzte, war
noch nicht damit zu rechnen, dass das „Bensheimer Lazarett“ für
die nächsten Wochen einen Neuzugang zu verzeichnen hat. In einer ersten
Diagnose unmittelbar nach dem Spiel ist - so Ildiko Barna bei der Pressekonferenz
- von einem Bänderriss im Knie der jungen Bensheimerin auszugehen. Als
Jutta Neuheiser, an diesem Tag die erfolgreichste „Piratin“, 2
Minuten vor Spielende den Anschlusstreffer zum 22:21 erzielte, bestand sogar
Gefahr, dass die Piraten einen Punkt aus Bensheim entführen könnten.
Doch
Conny Schmid traf konnte mit ihrem Treffer zum 23:21 den Sieg für die
HSG absichern und gleichzeitig den Schlusspunkt unter die keinesfalls hochklassige
Partie setzen.
Es war sicherlich eines der schwächsten Spiele der Flames in der bisherigen
Saison in eigener Halle. Einige Leistungsträger fanden überhaupt
nicht zu ihrem Spiel. Sehr erfreulich, dass dafür die Youngster Verantwortung
übernahmen und dabei auch erfolgreich im Abschluss waren.
Sandra
Kleinjung zeigte nach ihrem starken Auftritt am letzten Wochenende beim HC
Sachsen Neustadt-Sebnitz (5 Tore), dass sie auch vor heimischem Publikum so
eine Leistung abrufen kann. Ildiko Barnas Vertrauen in sie, Kleinjung war
in der Startaufstellung und bekam hohe Spielanteile, belohnte sie mit einer
ausgezeichneten Leistung.
Der fünfte Sieg in Folge bringt die HSG auf den 3. Tabellenplatz. Der ehemalige Tabellenführer TuS Weibern ist dagegen nach der 4. Niederlage in Folge (31:29 gegen Nellingen) auf den 6. Platz abgerutscht. und bildet jetzt das Schlusslicht der 6 Play-Off-Kandidaten.
Am nächsten Wochenende ist die HSG spielfrei. Am 10. Februar kommt dann die lange Reise zum Tabellenletzten nach Riesa.
Für die Flames spielten
Laura Glaser und Weena Ghosh (n.e.) im Tor
Stefanie Egger 5, Mara Friton 1, Sandra Kleinjung 5, Antje Lauenroth, Melani Marcantonio, Isabell Nagel 4/2, Edina Rott 3, Olga Savanyu 2, Conny Schmid 1, Claudia Schückler 1, Petra Streb 1.
Für die Eschbach-Pirates spielten
Sabine Otto, Eva-Maria Klaßen (n.e.) und Christine Grebe (n.e.) im Tor
Carolin Kordt, Victoria Wriedt 4, Nataliya Shcherbakova 2, Mariann Nagy, Gina Duketis 1, Jonna Jensen 3, Jutta Neuheiser 5, Bianca Volk, Johanna Holstein 3, Lina Aramauskaite 3.
Strafwürfe
Flames: 5/2 (1x Egger und 2x Rott verworfen)
Pirates: keine
Zeitstrafen
Flames: Egger 1x 2min
Pirates: Kordt, Shcherbakova, Abramauskaite und Volk je 1x 2min
Schiedsrichter
Klaus Maier und Franz Stehle (Mühlhausen/Steißlingen)
Spielfilm
1:0 (1.), 1:5 (8.), 3:5 (12.) 6:7 (19.), 7:9 (24.), 9:9 (27.) 10:10 (30.), 11:10 (30.) (Halbzeit)
13:10 (34.), 13:13 (36.), 16:13 (41.), 17:16 (45.), 19:16 (46.), 20:17 (49.), 22:19 (52.), 22:21 (58.), 23:21 (59.) (Endstand)
Zuschauer
ca. 350