Am Anfang wie verhext

Schwache Anfangsphase gegen die Elbehexen - 29:18 (15:11) Sieg für Flames

Die HSG Bensheim/Auerbach wurde - nach unerwarteten Anfangsschwierigkeiten - ihrer Favoritenrolle gerecht. In einem sicherlich nicht gerade hochklassigen, aber durchaus unterhaltsamen Spiel, gewannen die Flames deutlich mit 29:18 gegen den Aufsteiger und aktuellen Tabellenletzten aus Riesa.

 

Am Anfang schien der Hexenzauber in der Weststadthalle zu wirken: 3 Minuten und 35 Sekunden waren gespielt und Emi Uchibayashi erzielte das 0:4 für die Elbehexen. Ausgerechnet Edina Rott, die routinierteste Spielerin auf dem Feld und am vergangenen Wochende in Ober-Eschbach die herausragende Akteurin bei den Flames, fand in dieser Anfangsphase überhaupt nicht zu ihrem Spiel. Dazu passend ein von ihr verworfener 7m in der 4 Minute. Als sie dann noch im nächsten Angriff der Gäste eine Zeitstrafe erhielt und 26 Sekunden danach auch Petra Streb für 2 Minuten auf die Bank musste, lag man 1:4 im Rückstand und hatte eine doppelte Unterzahl. Doch die Elbehexen konnten diesen Vorteil überraschenderweise nicht in Tore umsetzen. Im Gegenteil: Die HSG erzielte in dieser Unterzahl einen Treffer und musste keinen Gegentreffer hinnehmen. Vielleicht war diese Unterzahl die Initialzündung für die Flames, denn die Gastgeber fanden nun zu ihrem gewohnten Spiel. Die Torabschlüsse wurden genauer und auch die Deckung, in den letzten Wochen sicherlich das Glanzstück der Flames, stand immer sicherer.

Tor um Tor wurde aufgeholt und als Mara Friton (Foto) per Tempogegenstoß in der 14. Spielminute den Ausgleich erzielte, war die Partie wieder offen. Die Flames hielten das Tempo hoch und konnten durch einen Doppelschlag der stark aufspielenden Olga Savanyu (16.) sich erstmals einen 2 Tore Vorsprung erarbeiten.

Die Überlegenheit der Bergsträßerinnen wurde immer deutlicher. Bei den Elbehexen schlichen sich nun vermehrt technische Fehler ein. Stephanie Egger, die auch im Mittelblock der Abwehr zu gefallen wusste, setzte mit dem 15:11 die Halbzeitmarke.

 

Unverändert ging es im zweiten Spielabschnitt weiter. Tor um Tor konnte sich die HSG absetzen und als Isabell Nagel in der 47. Spielminute per 7m das 22:14 erzielte, war die Vorentscheidung gefallen. Daran konnte auch die durch Trainer Wohlrab unmittelbar danach genommene Auszeit nichts mehr ändern. Zu harmlos der Angriff der Elbstädter, der zum dritten mal in Folge unter der 20 Tore Grenze blieb. Den Schlusspunkt der Partie setzte für die Elbehexen Katharina Leib zum 29:18 (59.).

 

Aus der Pressekonferenz

Hallensprecher Thomas Mauer sprach in der Pressekonferenz treffend davon, dass man in der Anfangsphase den Eindruck hatte, die Flames hätten die über 500 km Anreise zu bewältigen gehabt und nicht die Gäste aus Riesa.

 

Steffen Wohlrab (SC Riesa)

Seine Mannschaft habe schon das Ziel gehabt möglichst 2 Punkte mit nach Hause zu nehmen, was man auch sicherlich am Einsatzwillen seines Teams habe sehen können. Der 4:0 Vorsprung habe seine Mannschaft leichtsinnig gemacht. Er gratulierte seiner Kollegin zum Sieg. Stellenweise wäre es ein richtig gutes Spiel gewesen. Die Handschrift von Ildiko Barna könne man schon deutlich erkennen. Er geht davon aus, dass die HSG in der 2. Bundesliga ganz weit vorne zu finden sei.

Seine Mannschaft sei identisch mit der Regionalligamannschaft. Verstärkungen habe es keine gegeben. Im Gegenteil eine wichtige Spielerin habe sogar das Team verlassen.

 

Ildiko Barna

Sie bedankte sich für die Komplimente und machte deutlich, dass sie den heutigen Gegner nie unterschätzt habe. Bis zum 0:4 habe Riesa ein gutes Spiel gezeigt, bei dem die HSG die notwendige Aggresivität habe vermissen lassen. Nachdem die richtige Einstellung gefunden wurde, konnte auch die starke Kreisläuferin der Gäste (Anmerk.: Julia Kain) besser kontrolliert werden. Im zweiten Spielabschnitt hätte zudem bei Riesa die Kraft nachgelassen. Beim Publikum bedankte sie sich für die Unterstützung.

 

Für die Flames spielten

Eva Giron-Timmler (1.-47.), Weena Ghosh (47.-60.) und Laura Glaser (n.e.) im Tor

Stefanie Egger 2, Mara Friton 3, Michele Hörr, Antje Lauenroth 3, Melani Marcantonio, Isabell Nagel 4/1, Edina Rott 6, Olga Savanyu 5, Conny Schmid 1/1, Claudia Schückler 4, Petra Streb 1.

 

Für die Elbehexen spielten

Silke Dumjahn und Katrin Behm im Tor

Julia Kain, Carolin Büchl 4/2, Franziska Lange, Stephanie Hintze, Emi Uchibayashi 3, Edit Toth 1, Katharina Leib 3, Ulrike Glathe 5, Doreen Wirsma 2

 

 

Strafwürfe

Flames: 4/2 (Schückler verworfen und Rott verworfen)

Elbehexen: 2/2

 

Zeitstrafen

Flames: Rott, Streb, Friton je 1x 2 min

Elbehexen: Kain, Toth je 1x 2 min; Lange 2x 2min

 

Schiedsrichter

Martin Franz und Hartmut Gentes (Kirkel/Mommenheim)

 

Spielfilm

0:4 (4.), 2:4 (7.), 6:2 (7.), 3:6 (10.), 5:6 (12.), 7:7 (14.), 8:8 (14.), 11:8 (18.), 11:10 (22.), 15:11 (28.) (Halbzeit)

17:11 (33.), 18:13 (40.), 22:14 (47.) 26:14 (53.), 28:16 (56.), 29:17 (59.), 29:18 (59.) (Endstand)

 

Der Spielverlauf im Detail

 

Zuschauer

250 (nach Spielbericht)